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Susan B. Glasser

Briefe aus Trumps Washington

Details

Herausgegeben von Henning Hoff, aus dem Englischen von Matthias Hempert u.a.
208 pages
Soft cover
12.9 x 19.8 cm
(D) € 20,00
(A) € 20,60
CHF 29,00 (UVP)
ISBN 978-3-942377-19-5

Publication date

May 2020

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Tweets, Lügen, Egomanie: Einen US-Präsidenten wie Donald Trump hat Amerika noch nie erlebt.

In ihren BRIEFEN AUS TRUMPS WASHINGTON, die Susan B. Glasser regelmäßig aus der US-Hauptstadt für The New Yorker schreibt, bietet die Journalistin Einblicke in die «post-faktische» Trump-Präsidentschaft. Detailliert und mit großem Insider-Wissen beschreibt sie Trumps immer radikaleren, Gesetze brechenden und letztlich widersinnigen Kurs, der die Spaltung der US-Gesellschaft vertieft und zur Erosion der amerikanischen Vormachtstellung in der Welt führt.

«Das Buch handelt von der Auflösung amerikanischer Politik in Inkompetenz und Chaos … Was sich hinter den Kulissen abspielt, schildert Glasser als neutrale Beobachterin – was ihre Erkenntnisse umso schlimmer macht.»

Franziska Augstein, Süddeutsche Zeitung

«Herausragend ... [Das Buch] vermittelt eine eindringliche persönliche Sicht auf die Krise des Landes.»

Michael Kluger, Neue Frankfurter Presse

«Über das Phänomen versuche ich seit der Amtsübernahme Trumps zu schreiben: Wie schockierend seine Präsidentschaft verläuft – aber wie wenig überraschend diese Tatsache ist. Es ist die große Story unserer Zeit.»

Susan B. Glasser im Interview mit Dirk Peitz, ZEIT ONLINE

«Ich habe jede ihrer Kolumnen gelesen. Niemand sonst hat die Bandbreite an journalistischer Erfahrung, die unmittelbare Kenntnis, wie sich ein autokratisches Regime festsetzt, und zudem das tiefes Verständnis der Normen, die die Trump-Regierung über Bord wirft.»

Stephen Colbert, The Late Show, CBS

«Ich fürchte um die Zukunft des unabhängigen Journalismus und seiner Rolle in der Demokratie. Sie sollten das auch tun. Der Medienskandal um die Wahl von Donald Trump besteht nicht darin, dass Journalisten der amerikanischen Öffentlichkeit irgendetwas vorenthalten hätten. Er besteht darin, dass sie berichtet haben, aber dass das keine Rolle mehr zu spielen scheint.»

Susan B. Glasser

Excerpt

Spät am Montagabend begann Handelsminister Wilbur Ross damit, europäische Verbündete anzurufen. Ein paar Stunden zuvor hatten diese von einer Quelle innerhalb der Trump-Regierung Wind davon bekommen, dass der US-Präsident kurz davorstehe, um Mitternacht hohe Zölle auf amerikanische Stahl- und Aluminiumimporte aus Europa zu verhängen. Niemand wusste es genau («Die Entscheidung liegt beim Präsidenten», hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel vergangenen Freitag gesagt, als sie neben Trump stand, nachdem sie nach Washington geflogen war, um persönlich auf ihn einzuwirken). Aber es sah danach aus, als würde binnen Stunden ein Handelskrieg zwischen den Vereinigten Staaten und ihren engsten Verbündeten ausbrechen. Dann rief Ross den britischen Handelsminister Liam Fox an und überbrachte die Nachricht, dass die Vollstreckung ausgesetzt sei: Trump hatte sich am Ende dazu entschlossen, die Frist um einen weiteren Monat zu verlängern. Die Nachricht kam weniger als zwei Stunden, bevor das Weiße Haus sie öffentlich machte. In Europa ging es auf Mitternacht zu. L’etat, c’est Trump.

Nach etwas mehr als fünfzehn Monaten Amtszeit hat der Aufmerksamkeit heischende US-Präsident den Rest der Welt dort, wo er ihn haben wollte: alle hängen an seinen Lippen, drängen auf persönliche Treffen, stehen gewissermaßen vor dem Oval Office Schlange. Er ist «Mr. Unverzichtbar». Bald wird er mit Kim Jong Un zusammentreffen, dem Führer Nordkoreas, zu einem beispiellosen Nukleargipfel. Nächste Woche, mit der Deadline vom 12. Mai im Blick, wird er womöglich eigenhändig das internationale Atomabkommen mit Iran platzen lassen, das die Vereinigten Staaten gemeinsam mit fünf weiteren Mächten mit dem Land verhandelt hatten. Eingeweihte wetten darauf, dass er es tun wird, aber vielleicht auch nicht. Niemand weiß es, und genau das ist der springende Punkt: Alle Wege führen zu Trump.

Biography

Gabriel Cristóver Pérez/Knight Center/CC BY 2.0
Gabriel Cristóver Pérez/Knight Center/CC BY 2.0

Susan B. Glasser

ist Amerikas profilierteste außenpolitische Journalistin. Als Chefredakteurin von Foreign Policy gewann sie drei National Magazine Awards. Sie gründete Politico Magazine und war 2016 für Politicos Wahlkampfberichterstattung verantwortlich. Sie ist zudem regelmäßige Kommentatorin auf CNN und anderen TV-Kanälen.