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Cover Emmanuel Macron by Joseph de Weck
Joseph de Weck

Emmanuel Macron

Der revolutionäre Präsident

Details

208 pages
Soft cover
12.9 x 19.8 cm
(D) € 20,00
(A) € 20,60
CHF 29,00 (UVP)
978-3-942377-21-8

Publication date

September 2021

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Bereits in zweiter Auflage: Frankreichs Wiedergeburt und Europas großen Auftritt auf der Weltbühne: Nichts Geringeres verspricht Emmanuel Macron, der 2017 gewählte, jüngste Staatspräsident der französischen Geschichte. Denn er sieht Innen- und Außenpolitik als ein Ganzes. Mit seinen klaren Ansagen und seinem unerschrockenen Kurs versetzt er das eigene Land und den ganzen Kontinent in Rage — und damit in Bewegung.

Vor den Präsidentschaftswahlen 2022 schildert Joseph de Weck die turbulenten Macron-Jahre und setzt sich mit der Denkweise und der Politik des Hausherrn im Élysée auseinander. Er porträtiert zugleich ein Land, so stolz und träumerisch wie sein Präsident, und doch stets am Rand der Überforderung. Kann Macron Frankreich und Europa zum Sprung in die Zukunft zwingen?

Sie können das Buch direkt bei «Buch was Gutes» unserer Auslieferung LKG bestellen — in Ihre Lieblingsbuchhandlung oder direkt nach Hause!

https://www.buchwasgutes.de/buecher/wissen/58758/emmanuel-macron

«Der Autor glänzt darin, die französischen Krisen und Stimmungen der jüngsten Jahre zu analysieren. Er skizziert ein vielschichtiges Sittenbild Frankreichs. ... Warum der Präsident beste Chancen auf eine zweite Amtszeit hat, sollte man selbst nachlesen – auch weil man dabei mehr über Frankreich erfährt, als es der Aachener Freundschaftsvertrag je versprochen hat.»

Michaela Wiegel, Frankfurter Allgemeine Zeitung

«Der größte Wert des Buchs liegt darin, dass de Weck über die Grenzen Frankreichs hinausblickt und Vergleiche mit Merkels Deutschland oder mit anderen Politikern zieht, die einen dritten Weg gewagt haben.»

Neue Zürcher Zeitung (NZZ)

«Auf alle Fälle unterhaltsam … ein gelungenes Buch.»

Christiane Kaess, Deutschlandfunk

«Ein sehr lesenswertes Porträt Frankreichs... So klar de Weck Macrons Schwächen benennt, so fair bleibt er dennoch. Macrons Außenpolitik wird von Aktionismus und Spuren des Größenwahns durchzogen? Ja. Und doch ist ihm gelungen, bei den EU-Topjobs seine Wünsche erfüllt zu bekommen. Macron stärkt die Rechte der Unternehmer und schwächt die der Arbeitnehmer? Ja, aber er kämpft auch für die Besteuerung der Technik-Giganten und investiert zum sozialen Ausgleich in Bildung.»

Nadia Pantel, Süddeutsche Zeitung

«Stets kenntnisreich, oft überraschend»

Mathieu von Rohr, Leiter des Auslandsressorts, DER SPIEGEL

«Joseph de Weck ist einer der wenigen wahrhaft europäischen Journalisten – wie kaum ein anderer bringt er den Deutschen Frankreich, den Franzosen Deutschland und den Europäern Europa nahe.»

Ulrike Franke, Senior Fellow, European Council on Foreign Relations

«Die wenigsten Journalisten haben Joseph de Wecks Begabung, überall in Europa at home, chez lui beziehungsweise zu Hause zu sein. Sein Buch beleuchtet das Fluidum Frankreich und die wachsende Geltung des jugendlichen Präsidenten als europäischer Staatsmann.»

Niall Ferguson, Hoover Institution, Stanford University

Excerpt

«Die Franzosen wollen mit Träumen regiert werden», sagte Napoleon Bonaparte einmal über seine Landsleute. Und es stimmt, Frankreich bleibt eine träumende Nation. Liberté, Égalité, Fraternité: Das ist das idealistische Versprechen, das Vermächtnis der Französischen Revolution von 1789 und der Aufklärung. Die drei Wörter stehen über der Eingangstür jeder Schule im Land. Aufgabe der Politik ist es, das einzulösen, diesem republikanischen Dreiklang gerecht zu werden — und zwar nicht nur für Frankreich, sondern auch, um der Welt als Vorbild zu dienen. Ein hoher Anspruch, zumal wenn Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit immerzu im Widerstreit stehen.

Die träumerische ist gleichzeitig eine frustrierte Nation. Unablässig folgen Politik-Skandale auf Sex-Affären, Streiks auf Terroranschläge. Gewalttätige Protestbewegungen flammen auf. Ein sehr freigiebiger und zugleich sehr repressiver Staatsapparat wahrt den sozialen Waffenstillstand — und verwaltet die politische und wirtschaftliche Stagnation. Lange vor der Coronavirus-Pandemie trat das Land in einen permanenten Ausnahmezustand, mental und real. «Unglücklich das Land, das Helden nötig hat», schrieb Bertolt Brecht. Frankreich braucht Helden.

In der Psychologie gelten Idealisten und Menschen mit hohem Anspruch an sich selbst als anfällig für Lebenskrisen. Öffnet sich eine Kluft zwischen Realität und Erwartungen, bauen sich innere Spannungen auf. Dann schwindet das Selbstvertrauen und weicht der Depression. Zwischen Traum und Trauma: Aus diesem Stoff macht man gute Romane, aber keine gute Politik. Michel Houellebecq, der erfolgreichste, aber auch pessimistischste französische Schriftsteller, erklärte kühl: «Frankreich hat ein Talent zur Depression.» Um nicht ohne Ironie anzufügen: «Ich ähnele Frankreich.»

Frankreich wirkt stets gefährdet, am Rand der (Selbst-)Überforderung. Das weckt Ängste, auch im Ausland. Deutschland sorgt sich, dass der wichtigste europäische Partner irgendwann abhandenkommen könnte. Was, wenn jenseits des Rheins die Frustration überhandnimmt: wenn die Mehrheit der Französinnen und Franzosen aus Politikverdrossenheit bis hin zur Verzweiflung die Rechtspopulistin Marine Le Pen in den Élysée-Palast wählt? Das Houellebecq’sche Traumszenario eines Austritts Frankreichs aus der Europäischen Union ist vielleicht mehr als eine Romanfantasie.

Doch Frankreich ähnelt nicht nur Houellebecq. Es erkennt sich auch in einem anderen, immer noch jungen und ebenso leidenschaftlichen Kritiker der Verhältnisse: Emmanuel Macron.

Im Präsidentschaftswahlkampf 2017 rief er die Franzosen auf, ihre Träume nicht preiszugeben. «Denen, die an nichts mehr glauben — den Zynikern, Defätisten und Niedergangs-Propheten ringsum — sagen wir: Das Beste liegt vor uns!» Es ist einer der Schlüsselsätze zum Verständnis von Macron, vorgetragen in einem Lyoner Sportstadium.

Emmanuel Macron hatte — und hat noch heute — einen glaubwürdigen Plan: Frankreichs Wirtschaft dem Wettbewerb zu öffnen und im Gegenzug Europa nach außen zu stärken, auf dass es mit aller Macht die Unternehmen, die Menschen und die europäische Identität schütze. Markteuropa soll zum Machteuropa mutieren. Ein bloßer Markt könne weder die Wohlfahrt der Europäerinnen und Europäer noch ihr Vertrauen in die Demokratie sichern.

Aus dem Stand heraus und geradewegs durch die neue Mitte überflügelte Monsieur «Weder-Links-Noch-Rechts» die Bewerber aller etablierten Parteien. Sein Appell an den Mut zur Hoffnung, der in den Franzosen schlummert wie die Lust am Pessimismus, brachte ihn in Frankreich an die Macht und in Europa ins Scheinwerferlicht. Am Tag seines Amtsantritts sagte Macron: «Frankreich hat entschieden, der Aufklärung nicht den Rücken zu kehren, sondern sich der Zukunft zuzuwenden.»

Was ist wirklich neu an der politischen Philosophie des Mannes, der eine Politik jenseits aller Lager predigt und die heutige Debatte als eine Auseinandersetzung zwischen reaktionären Nationalisten und progressiven Europäern neu zu ordnen versucht? Und welche Politik hat Macron verfolgt, seit er im Zentrum der Macht angekommen ist? Hat er Frankreich revolutioniert und Europa neugegründet, wie er es als Kandidat gelobte? Und mit Blick auf die Präsidentschaftswahl im April 2022 lautet die Kernfrage: Träumen die Franzosen Macrons Traum?

Biography

Joseph de Weck

ist Historiker und Politologe; er lebt in Paris, wo er 1986 geboren wurde. Er schreibt u.a. für Foreign Policy, Die Welt und das Schweizer Online-Magazin Republik.