
Ahmed Rashid 1995 beim Interview mit Taliban-Führern, die sich nicht filmen lassen wollten, nicht einmal ihre Schuhe. Bild/Screenshot: YouTube/Journeyman Pictures
LONDON, Großbritannien — Die Taliban tauchten in den frühen 1990er Jahren im Süden Afghanistans scheinbar aus dem Nichts auf. Anfang 1995 nahmen sie Kandahar ein, und Ahmed Rashid gehörte zu den ersten Journalisten, die versuchten, mehr über sie und ihre Absichten zu erfahren.
In diesem als Zeitdokument äußerst sehenswerten Fernsehbericht, der damals für den australischen Sender ABC entstand, kann man nachfühlen, wie gespenstisch die Herrschaft war, die die Taliban errichteten, und wie schwierig die Bedingungen für eine Berichterstattung waren. Beim Besuch einer Schule wurde Rashid und seinem Fernsehkollegen die Kamera aus der Hand geschlagen, das Gerät zerstört. Mit «der letzten Homevideokamera, die in Kandahar aufzutreiben war» — die Taliban verboten mit als Erstes Fernsehen und Fotografieren —, ging es unter Lebensgefahr trotzdem weiter. Was wohl passieren würde, wenn man sie erwischte, kommt die Frage aus dem Off, und Rashid antwortete (bei 4:06) lachend: «Wir würden wohl erschossen!» («We’d probably get shot!»).



