
Unser nächstes Buch ist noch in Arbeit: Ende Juli 2013 erscheint der zweite Band unserer deutschsprachigen Ausgabe der PARIS REVIEW Interviews. Erste Leseproben unser Übersetzungen finden sich unten. We are still working on our next book (cover above). The second volume of our German editon of the PARIS REVIEW Interviews will be published towards the end of July 2013. Here’s a taster of our selection and translation.
___
INTERVIEWER: Könnten Sie etwas mehr über das Trinken sagen? Es gibt so viele Autoren, die dermaßen viel trinken, selbst wenn sie nicht Alkoholiker sind.
RAYMOND CARVER: Wahrscheinlich nicht mehr als jede andere Berufsgruppe. Sie wären überrascht. Natürlich existiert da ein Mythos, der mit dem Trinken einhergeht, aber das hat mich nie beschäftigt. Das Trinken selbst hat mich beschäftigt. Ich nehme an, dass ich mit dem harten Trinken anfing, nachdem ich erkannt hatte, dass jene Dinge, die ich am meisten in meinem Leben und Schreiben, für meine Kinder und meine Frau, erreichen wollte, sich einfach nicht materialisieren würden. Es ist seltsam. Man beginnt sein Leben nie mit der Absicht, ein Pleitegeier, ein Alkoholiker, ein Betrüger oder ein Dieb zu werden. Oder ein Lügner.
___
INTERVIEWER: Finden Sie professionelle Literaturkritik an Ihren Büchern erhellend oder hilfreich?
EVELYN WAUGH: Ich denke, die englische Literaturkritik befindet sich in einem verachtenswerten Zustand — sie ist ebenso nachlässig wie pompös. Als junger Mann, als ich noch selbst Rezensionen schrieb, machte ich es mir zur Regel, kein Buch zu verreißen, das ich nicht gelesen hatte. Heutzutage wird selbst diese einfache Regel in ungeheuerlicher Weise missachtet.

Bei der Vorstellung seines neuesten Buches AM ABGRUND in der American Academy in Berlin zeichnete unser Autor Ahmed Rashid ein dramatisches Bild von der aktuellen Lage in Pakistan und Afghanistan: Pakistan stecke tief in einer politischen, wirtschaftlichen, sozialen und gesellschaftlichen Krise. Die Elite sei korrupt, die Außenpolitik werde weiterhin vom Militär und dem Geheimdienst ISI bestimmt, das Land habe mehrfach die Chance verpasst, in der Region die Rolle eines “good guy”, eines guten Nachbarn zu spielen. Zwar sei die jüngste Annäherung mit “Erzfeind” Indien insbesondere im Bereich der Handelsbeziehungen zu begrüßen. Doch würde die Entwicklung bald an Grenzen stoßen, warnte Rashid: nämlich bei der Frage über den Umgang mit Extremistengruppen im Punjab wie Lashkar-e-Taiba, die unter anderem für das Massaker von Mumbai (2008) verantwortlich war, die und mit denen Pakistan seine “Schattenaußenpolitik” betreibe und und wohl auch weiter betreiben wolle. Dabei habe der jüngste Volkszorn über den Anschlag der pakistanischen Taliban auf Malala Yousafzai (dem 15 Jahre alten Mädchen wurde in den Kopf geschossen, weil es sich im Swat-Tal für das Recht auf Bildung für Mädchen und Frauen einsetzte) bewiesen, dass es in Pakistan eine breite Front für Veränderungen gebe, die aber führerlos sei. Zudem sei schwer auszumachen, ob ein “Wandel von der Straße” eher eine fundamentalistisch-islamistische oder moderne Richtung einschlagen würde, warnte Rashid. Nicht zuletzt aus diesem Grund habe er das Buch gerade für junge Pakistaner geschrieben.
Mit Blick auf Afghanistan sprach sich Rashid für Verhandlungen mit den afghanischen Taliban aus. Sollten die für 2014 vorgesehenen Wahlen scheitern und der Westen abziehen, ohne eine Friedensordnung ermöglicht zu haben, drohe ein “multidimensionaler Bürgerkrieg”, der noch schlimmere Formen als der in den 1990er Jahren annehmen könne. Die westlichen Staaten mit Truppen in Afghanistan und insbesondere die Vereinigten Staaten rief Rashid zu einer “maximalen Dosis Diplomatie” auf, um bis 2014 noch eine Verhandlungslösung zu erreichen.

It was a dramatic picture our author Ahmed Rashid painted of the situation in Pakistan and Afghanistan when presenting the German edition of his latest book PAKISTAN ON THE BRINK (AM ABGRUND) at the American Academy in Berlin last week: Pakistan is engulfed by a deep, multi-faceted crisis – political, economic, social, and societal. Its elite is corrupt, its foreign policy continues to be determined by the military and the intelligence service ISI. On numerous occasions the country had passed on the chance to play the “good guy” in the region. While the latest rapproachment with “arch enemy” India was to be welcomed, Rashid warned that it could soon hit a road block: the question of extremist groups in Punjab, like Lashkar-e-Taiba, which inter alia was responsible for the Mumbai massacre of 2008. Pakistan used those groups for its “shadow foreign policy” in the past, and there are few signs that it would be prepared to give them up, while the recent protests against the attempt on the life of the 15 year old girl Malala Yousafzai by Pakistani Taliban gunmen has shown that there is a sizeable front for change, Rashid argued. (Malala had campaigned for the right of girls and women to education in the Swat valley). However, that movement is leaderless, and it is unclear whether “change from the street” will take the direction of Islamism and extremism or modernity. This had been one of the reason to write his latest book, Rashid explained, as it was primarily directed at Pakistan’s youth.
With a view to Afghanistan, Rashid called for negotiations with the Afghan Taliban. If the next Afghan presidential elections planned for 2014 were to fail, a “multi-dimensional civil war” was likely to erupt, which could turn out worse even than the one of the 1990s. Rashid called on Western states with troops in Afghanistan and especially on the United States to provide a “maximum dose of diplomacy” in order to reach a peace settlement before the withdrawal in 2014.

Mit herzlichem Dank an/In gratitude to Gary Smith, Laura Sager, Malte Mau and others at the American Academy, and to the chair of the evening, Nicholas Kulish, Berlin Bureau Chief of the New York Times (on the right). (Pictures MM/American Academy)

Sie finden uns in Halle 4.1, C124 – wir freuen uns darauf, Sie dort zu treffen!/We are located at hall 4.1, C124 – looking forward to seeing you there!
Unser Autor Ahmed Rashid (AM ABGRUND) zu Gast bei Jon Stewarts DAILY SHOW. Der zweite Teil des Interviews findet sich hier.

Nach dem Bestseller STURZ INS CHAOS erscheint Ende kommender Woche das neueste Buch des pakistanischen Journalisten Ahmed Rashid im deutschsprachigen Buchhandel: AM ABGRUND: Pakistan, Afghanistan und der Westen.
«Man muss dem Mann alles Gute wünschen: auf dass er seine Leser weiter mit Büchern wie diesem aufklärt.» Deutschlandradio Kultur

Nein, dass es seit Anfang Mai eine deutsche Ausgabe von Luke Hardings MAFIASTAAT gibt, scheint gewissen Leuten in Russland wirklich nicht zu passen. Am Tag nach der Vorstellung des Buches in Berlin, der die russische Botschaft bemerkenswert große Aufmerksamkeit schenkte, begannen am 11. Mai 2012 die Cyberattacken auf unsere Website weltkiosk.net. Sie kommen ohne Zweifel aus Russland. Nachdem wir einen ersten großen Hackerangriff beheben und Ende Mai wieder online gehen konnten, waren wir am 29. August 2012 erneut gezwungen, unsere Website vom Netz zu nehmen.
Wir werden uns von diesem letztlich sinnlosen Angriff auf die Presse- und Meinungsfreiheit nicht entmutigen lassen. Bis die WELTKIOSK-Website wieder problemlos läuft, sind wir bis auf Weiteres hier anzutreffen, und weiterhin auf Twitter (@weltkiosk).
Informationen zu unserem Buchprogramm finden sich derzeit unter EditionWELTKIOSK.
__
No, some people in Russia really do not like the fact that there is a German edition of LUKE HARDING’s MAFIA STATE. On 11 May, 2012, the day after we presented Luke’s book in Berlin – an event closely watched by the Russian Embassy –, cyber attacks started to target our website weltkiosk.net. There is no doubt about these attacks originating from Russia. After coming back online at the end of May, we were again forced offline on 29 August, 2012.
We won’t be disheartened by this, in the end, senseless attack on press freedom. Until our WELTKIOSK website is running again without difficulty, we will be found at this place, and also on Twitter (@weltkiosk).
Information regarding our book publishing is also to be found at the EditionWELTKIOSK page.