Ahmed Rashid: Der Westen hat in Afghanistan versagt

Bild: Körber-Stiftung/Claudia Höhne

HAMBURG, Deutschland — Ist die internationale Gemeinschaft in Afghanistan gescheitert? Ja, argumentierte unser Autor Ahmed Rashid (Sturz ins Chaos. Afghanistan, Pakistan und die Rückkehr der Taliban) am Montag bei einer von der Koerber-Stiftung veranstalteten Debatte: keines der Ziele sei erreicht, die Taliban seien nicht geschwächt, sondern eher noch gestärkt worden; die Sicherheitslage sei weiterhin fragil, und es sei völlig unklar, ob die mit viel Geld aufgebaute afghanische Armee und Polizei nach dem für 2014 vorgesehen Abzug ausländischer Kampftruppen gegen die Aufständischen bestehen könnten. Nein, entgegnete Botschafter Michael Steiner, Sonderbeauftragter der Bundesregierung für Afghanistan und Pakistan: Zwar seien anfangs viele Fehler gemacht worden, doch habe der Westen daraus gelernt, und es käme heute darauf an, für eine bessere Zukunft Afghanistans das Richtige zu tun.

Ein Online-Video des Streitgespräches findet sich hier, ein Audio-Mitschnitt hier. [Mit Dank an die Körber-Stiftung.]

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Verschoben: Die arabische Revolte

LONDON, Großbritannien — Angesichts der dramatischen Ereignisse in Libyen, die vergangenen Donnerstag im gewaltsamen Tod des gestürzten Machthabers Muammar al-Gaddafi gipfelten; in Syrien, wo Bashar al-Assad Proteste weiterhin brutal erstickt und auch vor dem gezielten Mord an Oppositionellen nicht zurückschreckt; in Tunesien und Ägypten, wo Wahlen zu einer verfassungsgebenden Versammlung am Sonntag bzw. Parlamentswahlen ab Ende November erste Hinweise geben werden, in welche Richtungen sich der Aufbruch in Arabien entwickeln wird, haben wir uns entschieden, das Erscheinen unseres Buches Die arabische Revolte auf April 2012 zu verschieben.

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Vergessen oder verdrängt?

Markus Bickel (links) im Gespräch mit Detlev Mehlis. Bild: WELTKIOSK

BERLIN, Deutschland — Viel hatte Detlev Mehlis, leitender Oberstaatsanwalt in Berlin und früherer UN-Chefermittler im Mordfall Rafiq Hariri, bei der Vorstellung von Markus Bickels neuem Buch Der vergessene Nahostkonflikt an dem Werk nicht auszusetzen. Aber der Buchtitel? Sei der Nahostkonflikt — über des seit bald 60 Jahren ungelösten Streits zwischen Israelis und Palästinensern hinaus — tatsächlich «vergessen»? Oder werde er nicht vielmehr «verdrängt»? Die internationale Staatengemeinschaft wollte sich mit der weiterhin brisanten Lage im Länderdreieck Syrien–Israel–Libanon nicht beschäftigen, sagte Mehlis. Womöglich sei der Konflikt auch einfach «noch nicht reif für eine Lösung».

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ilb: Truman Capote im Interview

Bild: internationales literaturfestival berlin

LONDON, Großbritannien — WELTKIOSK freut sich über einen Auftritt beim 11. internationalen literaturfestival berlin (ilb)!

Regina Gisbertz und Matthias Scherwenikas lesen am kommenden Freitag, den 9. September 2011, um 15.00 Uhr im Haus der Berliner Festspiele das berühmte Interview mit Truman Capote aus unserem Band Die PARIS REVIEW Interviews – 01.

Seine liebsten Beschäftigungen, bestätigte der damals 32 Jahre alte Capote Interviewerin Pati Hill 1957, seien «Konversation, Lesen, Reisen und Schreiben, in dieser Reihenfolge»: Konversation werde für ihn immer an erster Stelle stehen. «Ich mag es zuzuhören und ich mag es zu reden. Himmel, Mädchen, können Sie nicht sehen, dass ich gern rede?»

Weitere Informationen zu der Veranstaltung finden sich hier.

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Syrien: «Ohne Sicherheitsdienste ist das Regime nicht überlebensfähig»

«Ohne die Sicherheitsdienste, die ja auch umfassend in das Militär integriert sind, ist das Regime nicht überlebensfähig. Insoweit ähnelt die Situation derjenigen in der DDR. Das Ministerium für Staatssicherheit hat ja die syrischen Nachrichtendienste mit aufgebaut und ausgebildet», erklärt Detlev Mehlis, der Berliner Oberstaatsanwalt und frühere Leiter der UN-Ermittlungskommision zur Aufklärung des Mordes am früheren libanesischen Ministerpräsidenten Rafiq Hariri, im Interview mit Markus Bickel in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Der Theorie, dass die Demokratiebewegung in Syrien quasi gegen den Wunsch von Präsident Bashar al-Assad auf Betreiben einiger im Sicherheitsdienst niedergeschlagen werden, ist laut Mehlis «Wunschdenken, um dem syrischen Regime ein demokratisches Mäntelchen umzuhängen — vielleicht auch, um nicht vor sich selbst eingestehen zu müssen, wen man da jahrelang schöngeredet, eingeladen und unterstützt hat. … Auch bei den Hariri-Ermittlungen vertrat ja der eine oder andere die Ansicht, das Attentat sei zwar von den syrischen Diensten gesteuert, aber ohne Billigung des Präsidenten verübt worden. Wer die Verhältnisse auch nur etwas kennt, weiß, wie vollkommen absurd eine derartige Sicht der Dinge ist.»

[Markus Bickels neues Buch Der vergessene Nahostkonflikt erscheint im September in der EditionWELTKOSK.]

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